Visualisierung: Die Welt in Zahlen


Dank der Bissantz’Numbers kann der Datenanalyst in DeltaMaster die Größenordnung von Zahlenwerten ohne Anstrengung schnell und intuitiv erfassen. Ihre Anwendung wurde für Grafische Tabellen konzipiert, ist aber längst nicht nur auf diesen Bereich beschränkt!

Es ist noch nicht sehr lange her, als der Autor dieses Blogs beim eher ziellosen Surfen auf eine Meta-Studie stieß, die sich unter anderem der Untersuchung der weltweiten Entwicklung der Fettleibigkeit widmete (Angaben zur Quelle am Seitenende!). So interessant diese Studie auch sein mag, an mehreren Stellen konnte man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass eine andere Darstellung die Erfassung der dargestellten Inhalte deutlich vereinfacht hätte – nämlich diejenige Darstellung mit Hilfe der Bissantz’Numbers!

Die in DeltaMaster verwendeten Bissantz’Numbers zeichnen sich dadurch aus, dass die Schriftgröße der Zahlen mit dem Zahlenwert wächst. Sofort ist ersichtlich, wo denn die großen Werte stehen und das Auge wird durch diese Darstellungsform auf direktem Wege zu den entscheidenden Zahlen geleitet.

In der Studie stand der Body-Mass-Index (BMI) im Vordergrund. Der BMI wird als Quotient aus dem Körpergewicht in kg und der quadrierten Körperlänge in m gebildet. Ein Wert zwischen 20 und 25 wird bei Männern als normal erachtet; bei einem Wert > 25 liegt Über- und bei einem Wert < 20 liegt Untergewicht vor. Das Alter wurde zum besseren Vergleich der Länder herausgerechnet.

Gestapeltes Liniendiagramm der BMI-Klassen für Männer in DeutschlandGestapeltes Liniendiagramm der BMI-Klassen für Männer in Deutschland

Beispielsweise wurde für jedes Land der Welt festgehalten – so auch für Deutschland -, wie sich die Anteile an bestimmten BMI-Klassen im Laufe der Zeit verändert haben. Für die Darstellung wurde ein gestapeltes Linien-Diagramm gewählt, ähnlich zu dem in der obigen Grafik.

Ein Verlauf des Anteils einer Klasse lässt sich bei einer solchen Darstellung nur für die oberste und die unterste Klasse gut einschätzen, da dann eine Begrenzungslinie eine parallel zur Achse verlaufende Gerade darstellt. Hier besitzen diese beiden Klassen aber nur einen sehr geringen Anteil.

Zwar ist die Entwicklung der Klassenbreiten hier eher gutmütig und zumindest qualitativ noch halbwegs richtig zu erfassen, da Entwicklungen ziemlich träge und bis auf die gelbe Klasse monoton verlaufen, aber prinzipiell lassen sich bei einer solchen Darstellung Größenordnungen und Entwicklungen durch die wandernden Begrenzungen nur erschwert interpretieren.

Welchen Anteil die gelbe Klasse des leichten Übergewichts am Ende des betrachteten Zeitraumes besitzt, lässt sich nur schwer ermitteln. Auch scheint dieser Anteil zum Schluss hin zu schrumpfen – oder ist dieser Sachverhalt nur eingebildet?

Eine Darstellung mit Bissantz’Numbers hingegen liefert Fakten und bedarf keines Ratens (klicken Sie bitte auf die Grafik für eine vergrößerte Darstellung):

Quantitative Anteile der BMI-Klassen eingängig dargestellt!Quantitative Anteile der BMI-Klassen eingängig dargestellt!

Sofort fällt ins Auge, dass die gute blaue Klasse stetig abnimmt – die Zahlenwerte lassen sich dabei jederzeit ablesen – und dafür die Klasse des leichten Übergewichts (25 < BMI < 30) wächst. Doch halt, die Zahlen zeigen klar, dass sich die Klasse des leichten Übergewichts bereits wieder auf dem absteigenden Ast befindet und dafür die Klassen des noch stärkeren Übergewichts zulegen.

Möchte man das Augenmerk auf die schwächer vertretenen Klassen legen, lassen sich die beiden Hauptklassen aus der Skalierung nehmen:

Bissantz'Numbers mit Betonung der kleinen KlassenBissantz’Numbers mit Betonung der kleinen Klassen

Schauen wir doch einmal genauer auf die stattlichen Männer mit BMI > 30 und untersuchen, wie sich Deutschland im Jahr 2016 im Vergleich zum Rest der Welt schlägt. Die deutschen Männer kommen auf einen Anteil von 18.5 + 4.9 + 1.6 = 25 %. Da anzunehmen ist, dass Ernährung auch mit der geographischen Lage zusammenhängt, bietet sich eine Geo-Analyse an:

Anteil mit BMI > 30 für Männer im Jahre 2016Anteil mit BMI > 30 für Männer im Jahre 2016

Während die Skala nach oben bis 60 % reicht, liegt das dunkelste sichtbare Rot bei den 36.5 % der USA. War hier DeltaMaster bei der Dimensionierung der Skala zu großzügig?

Zur Aufklärung hilft die Rangfolge-Analyse in DeltaMaster:

Die Länder mit extremen Die Länder mit extremen „BMI > 30“-Anteilen

In der Tat werden die USA gleich von 13 Ländern geschlagen, durchgehend Inselstaaten des Pazifiks. Mangels ausreichend großer Fläche waren diese in der umfassenden Weltdarstellung jedoch nicht sichtbar; nur bei Vorhandensein von soliden Geographiekenntnissen und daraus resultierendem Hineinzoomen an den passenden Stellen hätte man diese BMI-Brocken wahrnehmen können.

Die genannte Studie ist sich dieses Problems bewusst und listet die Kleinststaaten alphabetisch sortiert als mit dem Ländernamen beschriftete, eingefärbte Quadrate unterhalb der Weltkarte auf. So geht aber die Einordnung in die Weltkarte verloren, oder anders ausgedrückt: Wo lag noch einmal Tokelau von Platz 12?

Wir finden, dass die Bissantz’Numbers das Problem eleganter lösen: Wieso verlagern wir nicht die Information aus der Fläche in die Beschriftung von wenig Platz benötigenden Markern und erregen mit großen Bissantz’Numbers Aufmerksamkeit?

Mit der Methode, die bereits bei den Bundestagswahlen im Blogbeitrag Das Tool der Wahl zur Generierung von Markern aus Wahlkreispolygonen verwendet wurde, ermitteln wir hier zu jedem Land eine Markerposition, die wir mit dem „BMI > 30“-Anteil [in Prozent] beschriften:

Anteil mit BMI > 30 für Männer im Jahre 2016 als Markerbeschriftung mit Bissantz'NumbersAnteil mit BMI > 30 für Männer im Jahre 2016 als Markerbeschriftung mit Bissantz’Numbers

Hier wird Nauru mit seinem Anteil von fast 60 % angemessen wertgeschätzt. Da überlappende Beschriftungen schwer zu lesen sind, könnte so vorgegangen werden, dass Marker immer sichtbar sind, aber bei Beschriftungen beispielsweise diejenige mit dem größten Wert bevorzugt angezeigt wird und benachbarte kleinere Werte erst beim Hineinzoomen sichtbar werden, wenn dann der Platz ausreicht.

Zoomen wir nun etwas in die Karte hinein und konzentrieren uns auf den östlichen Bereich:

Gezoomte TeilansichtGezoomte Teilansicht

Zwar hat der Autor des Blogs noch nicht nachgelesen, wie sich die Studie die Fettleibigkeit der Südseestaaten erklärt – ob diese beispielsweise kulturell bedingt und etwa erstrebenswert ist -, aber interessant ist darüber hinaus, dass auch Nordafrika und die arabische Halbinsel – mit Ausnahme des Jemen – mit einem Speckgürtel aufwarten können und sich nicht vor den westlichen Industriestaaten verstecken müssen.

Die restlichen Staaten Afrikas, abgesehen von Südafrika, haben häufig eher mit Problemen am anderen Ende der Skala zu kämpfen, aber jedenfalls nicht mit exzessivem Übergewicht.

Die Darstellung mit Bissantz’Numbers erlaubt somit, die Anteile auch für zahlreiche Inselstaaten (Kapverden, Seychellen, Mauritius, …) ohne Schwierigkeiten abzulesen.

Quelle:

Worldwide trends in body-mass index, underweight, overweight, and obesity from 1975 to 2016: a pooled analysis of 2416 population-based measurement studies in 128·9 million children, adolescents, and adults. Abarca-Gómez, Leandra et al. The Lancet, Volume 390, Issue 10113, 2627 – 2642

Zur Übersicht Daten-Download bei NCD-RisC, bzw. direkt zum Download der Länderdaten, letzter Zugriff am 29.5.2018.

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